AFRICTIONS


> 12.5.: DABALI – INTERNATIONALES FEST DER BEGEGNUNG
> 20.5.: LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE
> 20.5.: AKUA NARU – THE BLACKEST JOY
> 21.5.: COSMIC LATTE
> 24.5.: DANS LA PEAU DE L’AUTRE
> 30. & 31.5.: OUT OF JOINT

12. Mai 2018 | ab 12:00 Uhr | Marktplatz Bremen | Eintritt frei
DABALI – INTERNATIONALES FEST DER BEGEGNUNG

Auftakt AFRICTIONS für alle global citizens! Ab mittags lädt eine lange Tafel auf dem Marktplatz dazu ein, gemeinsam DABALI, Kulinarik aus afrikanischen Ländern, zu genießen. Dabei bieten afro-deutsche Gastgeber_innen Gespräche zu ausgewählten Themen an. Außerdem zu erleben: zeitgenössischer Tanz von den young artists und AFRICTIONS-Künstler_innen, Tanz- und Trommelkunst von Ensemble Artistique Grand-Z, Fotos von BlackAttitude, Kinderangebote, die Filmdoku BREFRIKA und Linda Gabriels Auftritt.

GESAMTES PROGRAMM
YOU THINK YOU KNOW ME – A PLAY – Linda Gabriel

Afrika-Netzwerk Bremen e.V. in Kooperation mit AFRICTIONS, steptext dance project | Gefördert von Partnerschaft für Demokratie Bremen und Senator für Kultur Bremen.



The “Afrika-Netzwerk Bremen“ and steptext invite global citizens of all age to a day-long, international come- together at the marketplace: Enjoy delicacies from many African countries and inspiring talks at a long open air table, contemporary and traditional dance by AFRICTIONS

artists and others, music, film and photo presentations, and Linda Gabriel’s guest act.



 



20. Mai 2018 | 19:30 Uhr | Theater Bremen, Theater am Goetheplatz

LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE
Compagnie Hervé Koubi, Frankreich / Algerien

Mit seinem international gefeierten Ensembletanzstück taucht Hervé Koubi in die 3000jährige Geschichte des Mittelmeerraums ein: in einen Schmelztiegel permanenten Aufruhrs zwischen unzähligen Kulturen. Virtuos artistisch performen 14 Tänzer aus Algerien, Marokko und Burkina Faso „Die barbarischen Nächte oder die ersten Morgen der Welt“ als funkelnden Gegenentwurf zu tradiert verzerrten Bildern des Fremden und Anderen. Zu Mozart, Wagner und rastlosen Percussion-Rhythmen werfen sie ihre Körper in stilisierte archaische Rituale und mythische Tumulte. Helme glitzern, Messer wirbeln, das Kampfgeschehen zerbirst zu vieldeutig schimmernden Splittern atemberaubender physischer Suggestivkraft.

Ebenso frei assoziierte Fantasie, wie Hommage an die mediterrane Kulturenvielfalt, öffnet Hervé Koubis Choreografie zugleich Zugänge zu universellen Riten und zu Projektionen des europäischen Blicks auf Afrika. Als in Frankreich geborenes Kind algerischer Eltern lotet er mit seiner Tanzkunst Identitätsräume aus. LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE trägt zwei Sprachfiguren im Titel: Mit der einen werden seit Jahrtausenden vermeintlich „unzivilisierte“ Völker gebrandmarkt. Die andere birgt ein urzeitliches Erwachen, das in Koubis Stück neuen, heutigen Sinn entfaltet: “I think it is necessary for everyone to believe in a universal culture which is at once shared, mixed and linked in order to wish for an inevitably common future.” In der wilden Eleganz seines Werks klingt ein leiser Ton mit, der von Verbundenheit erzählt, von der Ahnung einer Gemeinschaft, ihren Verletzungen und Zukunftsvorstellungen.

KÜNSTLERISCHER LEITER / CHOREOGRAFIE Hervé Koubi ADMINISTRATION UND CHOREOGRAFISCHE MITARBEIT Guillaume Gabriel ASSISTENZ Fayçal Hamlat TÄNZER Adil Bousbara, Riad Mendjel, Abdelghani Ferradji, Mourad Messaoud, Nadjib Meherhera, Zakaria Ghezal, Houssni Mijem, El Houssaini Zahid, Giovanni Martinat, Mohammed Elhilali, Ismail Oubbajaddi, Bendehiba Maamar, Ayoub Rouifi, Oualid Guennoun BELEUCHTUNG Lionel Buzonie KOSTÜME Guillaume Gabriel MUSIKDIREKTOR Maxime Bodson KOPRODUKTION Ballet der Opéra National Du Rhin-Centre National Chorégraphique / Centre Choégraphique National de Creteil et du Val de Marne-CIE Kafig / Palais des Congrès de Loudéac / Centre Culturel de Vitré / Ballet Preljocaj-Centre Chorégraphique National d’Aix en Provence / Ballet Biarritz-Theirry Malandain-Centre Chorégraphique National | Die Compagnie Hervé Koubi wird unterstützt von der Region Limousin, dem Departement Correze, der Stadt Brive, dem französischen Kultusministerium, der Region PACA, der Stadt Cannes, dem Departement Alpes Maritimes und dem Institut français für einige der internationalen Tourneen.
Das Gastspiel wird ermöglich durch die freundliche Unterstützung des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur / DGCA.

HERVÉ KOUBI wuchs in Südfrankreich auf, studierte Tanz, Biologie und Pharmazeutik an der Universität Aix-en-Provence und verfolgte seine Tänzerlaufbahn mit einer Ausbildung in Cannes und Engagements u.a. an der Opéra de Marseille. Seit 2000 präsentiert er eigene Produktionen und Kollaborationen. Seit er sich verstärkt mit seinen algerischen Wurzeln befasst, verhandelt er transkulturelle Identitäten in Stücken, für die er Tänzer aus dem Maghreb und weiteren afrikanischen Staaten vereint. Von „El Din“ 2010 über „Ce que le jour doit à la nuit“ bis zu LES NUITS BARBARES OU LES PREMIERS MATINS DU MONDE wurden diese zeitgenössischen Tanz, Akrobatik, traditionelle und urbane Stile verbindenden Werke zu internationalen Erfolgen. Hervé Koubi ist assoziierter Choreograf an zwei französischen Ecoles Supérieures de Danse und wurde 2015 als Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet.



With his internationally acclaimed dance piece, Hervé Koubi delves into 3000 years of Mediterranean history: into a melting pot of permanent uproar between countless cultures. Artistically virtuous, 14 dancers from Algeria, Morocco and Burkina Faso perform „The barbaric nights or the first mornings of the world“ as a sparkling counter-proposal to distorted images of the „foreign“. To Mozart, Wagner and restless percussion rhythms they throw their bodies into archaic rituals and mythical turmoil. Helmets glitter, knives twirl, the fights burst into into ambiguously shimmering splinters of breathtaking suggestive power. Born in France to Algerian parents, and 2015 awarded Chevalier des Arts et des Lettres, Koubi explores universal rites just as well as aspects of transcultural identity. Amidst its wild elegance and acrobatic power, his choreography also touches the injuries and hopes of those affected by inequality and projections.

20. Mai 2018 | 21:00 Uhr | Theater Bremen, Kleines Haus
Einlass ab 20:00 Uhr
AKUA NARU – THE BLACKEST JOY
Konzert

Akua Naru – ihre Stimme steht für die Zukunft des weiblichen Hip-Hop. Im Frühjahr 2018 erscheint mit „The Blackest Joy“ das dritte Album der US-amerikanischen und in Köln lebenden Musikerin, auf dem sie ihren Jazz- und Soul-infizierten Sound um afrikanische Einflüsse erweitert. Der Titel des Albums bezieht sich auf die ungebrochene Lebensfreude der afrikanischen Diaspora und der in Afrika lebenden Menschen im Angesicht von Rassismus, Unterdrückung und Kolonialisierung. Für die Arbeit an „The Blackest Joy“ war Akua Naru in Westafrika unterwegs und thematisiert diese Reise zu den eigenen Wurzeln in ausdrucksstarken Texten, in denen sie sich in zahlreichen Facetten mit schwarzer Weiblichkeit, westafrikanischer Spiritualität und ihrem eigenen Bezug zu den sozialen und kulturellen Traditionen Afrikas auseinandersetzt. Akua Narus Musik zeugt nach wie vor von politischer Dringlichkeit und feministischer, intellektueller Poesie, mit der die First Lady des Global Hip-Hop einmal mehr unter Beweis stellt, dass sie zu den ausdrucksstärksten politischen und musikalischen Stimmen ihrer Generation gehört. Zwei Jahre nach ihrem letzten Auftritt in Bremen präsentiert Akua Naru ihr neues Album live im Theater Bremen CLUB.

Präsentiert von Cosmo.



Akua Naru – her voice stands for the future of female hip-hop. In her third album, „The Blackest Joy“, the American musician living in Cologne adds African influences to her jazz and soul-inspired sound. The title refers to the unbroken joie de vivre of Africans, who still world-widely face racism and oppression. For the work, the “First Lady of Global Hip-Hop” travelled through West Africa, undertaking a journey to her own roots. Black femininity as main topic, her music and expressive intellectual poetry mirror her encounters with African social, cultural and spiritual traditions in compositions of immense political urgency. Two years after her last performance in Bremen, Akua Naru presents her new album live at the Theater Bremen CLUB.

21. Mai 2018 | 15:30 Uhr | Schwankhalle     VORSTELLUNG FÄLLT AUS!
21. Mai 2018 | 20:00 Uhr | Schwankhalle

COSMIC LATTE
Sonya Lindfors, Finnland

In der Astronomie beschreibt „Cosmic Latte“ die Farbe des Universums. Sonya Lindfors, die sich mit ihren Arbeiten offensiv gegen etablierte Macht- und Denkstrukturen auflehnt, nimmt dieses Bild in ihrem gleichnamigen Stück als Ausgangspunkt einer utopischen Welt, die noch schwer vorstellbar erscheint.

Es ist das Jahr 3018. Kategorien und Definitionen entziehen sich, Denkmuster sind aufgebrochen: schwarz“ und „weiß“ sind keine Gegensätze mehr, sondern enthalten einander. Grenzen sind aufgelöst und Bedeutungen mischen sich wie Flüssigkeiten. In COSMIC LATTE übersetzen Lindfors und ihr Team das Konzept des Afrofuturismus, das Mark Deryn 1993 entwarf, in eine vielstimmige Performance. Impulse aus Philosophie und Science Fiction verschmelzen zu einem mystischen Szenario radikalen Träumens.

Das Stück ist der abschließende Teil einer Trilogie, in der die junge, 2017 in Helsinki als Künstlerin des Jahres ausgezeichnete Choreografin sich mit Blackness und Dekolonisation befasst. Ab März entwickelt, kommt es direkt nach der Uraufführung in Finnland zur Deutschlandpremiere.

„Afrofuturism dreams of a place where freedom, equality, the past, the present and the future are present in a […] space that escapes boundaries.” Sonya Lindfors

SONYA LINDFORS, *1985, absolvierte ihren MA Tanz mit Schwerpunkt Choreografie an der Theatre Academy / University of the Arts Helsinki. In Verknüpfung von theoretischer Recherche und choreografischer Formensuche kreiert sie hoch engagierte Tanz- und Performancekunst zur Rolle der „Europeans of Color“ und wurde damit in ihrem Land in kürzester Zeit zur Vorreiterin einer neuen Künstlergeneration. Mit den afro-finnischen Tänzer_innen des Ensembles von COSMIC LATTE schuf sie ab 2012 u.a. „Noir?“ und „Noble Savage“, die als Teil l und ll ihrer Trilogie mit viel Resonanz in Finnland und Deutschland tourten. Aktuell ist sie Hauschoreografin des Zodiak – Center for New Dance und Leiterin der interdisziplinären Produktions- und Veranstaltungsplattform UrbanApa. Neben ihren Choreografien realisiert sie Lectures und kuratierte Programme mit Akteur_innen unterschiedlichster Nationalitäten. 2017 wurde sie von der Stadt Helsinki als „Künstlerin des Jahres“ ausgezeichnet.

KONZEPT, CHOREOGRAFIE Sonya Lindfors ENSEMBLE Ima Iduozee, Deogracias Masomi, Erno Aaltonen, Jussi Matikainen, Sanna Levo, Pauliina Sjöberg PRODUKTION Sonya Lindfors / Zodiak – Center for New Dance GEFÖRDERT DURCH Arts Promotion Center Finland, Wihuri Foundation, Samuel Huber Foundation, Kone Foundation UNTERSTÜTZT DURCH eine Künstlerresidenz in Kooperation von steptext dance project und Schwankhalle. Das Gastspiel und die Künstlerresidenz werden gefördert durch das Finnland-Institut in Deutschland. Artist Talk und Community Outreach werden ermöglicht durch die Heinrich Böll-Stiftung Bremen.


 

In astronomy, „Cosmic Latte“ describes the average color of the universe. Sonya Lindfors’ similarly titled piece uses this concept as a starting point for imagining a utopian world we cannot yet imagine. It is the year 3018 and we live in a world that escapes definitions and categories. The logic of our thinking has changed – black and white are no longer opposites but contain each other. Borders have dissolved and meanings merge into each other like liquids. Afrofuturism, a term launched by Mark Deryn in 1993, offers a framework for this polyphonic piece that brings together impulses from philosophy and science fiction into a mystical cosmos of radical dreaming. COSMIC LATTE is the third part of a series, in which the young choreographer, “Artist of the Year” in Helsinki 2017, deals with the topics of blackness, decolonization and dreaming. Developed during spring 2018, it tours to Bremen immediately after its world premiere in Finland.


24. Mai 2018 | 20:00 Uhr | Schwankhalle

DANS LA PEAU DE L’AUTRE
Kossi Sébastien Aholou-Wokawui
Choreografisches Rechercheprojekt

In DANS LA PEAU DE L’AUTRE nehmen zwei Tänzer und Choreografen angesichts der wachsenden Fremdenfeindlichkeit den umgekehrten Weg: den der Annäherung, der Einfühlung „in die Haut des Anderen“, in seinen Körper, dessen Gestik, Ausdruck, Erinnerungen und Wissen. Mit Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, der 2014 aus Togo nach Bremen und in die örtliche Tanzszene wechselte, und Tomas Bünger, darin und international seit Jahrzehnten aktiv, erkunden zwei Künstler mit äußerst verschiedenen Biografien und Ästhetiken einander. So geschichtsbewusst wie entschieden gegenwärtig zelebrieren sie ein humorvolles, befreiendes Ausleben des Eigenen im Anderen und des Anderen im Eigenen.

CHOREOGRAFIE, KONZEPT, TANZ Kossi Sébastien Aholou-Wokawui TANZ Tomas Bünger RECHERCHEPROJEKT gefördert durch den Senator für Kultur Bremen UNTERSTÜTZT VON steptext dance project.



Facing the growing xenophobia, two dancers propose its reversal. They explore, how it feels to be “in the skin of the other”, they aim to enter into each other’s bodies’ gestures, memories and knowledge. Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, who moved from Togo to the Bremen dance scene in 2014, and Tomas Bünger, who has been working there and internationally for decades, celebrate a humorous, liberating discovery of one’s own in the other and vice versa.

30. Mai 2018 | 20:00 Uhr | Theater am Leibnizplatz

31. Mai 2018 | 20:00 Uhr | Theater am Leibnizplatz

OUT OF JOINT
Helge Letonja, Österreich/Deutschland & Gregory Maqoma, Südafrika
steptext dance project & Vuyani Dance Theatre

If you prick us, do we not bleed? If you tickle us, do we not laugh? If you poison us, do we not die? And if you wrong us, shall we not revenge?  – William Shakespeare, The Merchant of Venice

Mit ihrem aufrüttelnden Tanzstück OUT OF JOINT stellen sich der Bremer Choreograf Helge Letonja und Gregory Maqoma aus Johannesburg den weltweit „aus den Fugen“ geratenen Gesellschaftsordnungen unserer Zeit. Produziert in Südafrika und Deutschland spiegelt ihr transkulturelles Werk die Realität global bedrohlich schwankender Machtbalancen. „Im Körper treffen sich alle Menschen“ – mit dieser Überzeugung verzahnen die beiden Künstler ihre zunächst unabhängig entwickelten choreografischen Stränge zu einem Sextett vielsprachiger Ästhetik, vehementer Dichte und physischer Kraft: „We need to be brave. To trust the other is to trust ourselves.“

OUT OF JOINT, „aus dem Gelenk“, nimmt mit starken, emotionalen Bildern eine Stimmungslage in den Blick, die zwischen aufstrebendem Populismus und Extremismus, diffusen Ängsten und haltlosem Kapitalismus, Zuschreibungen und Ausgrenzungen taumelt. Glieder suchen Halt, straucheln unter Beschuss der durch Medien verzerrten Realitätsfetzen, pendeln zwischen Versprechungen und bröckelnden Sicherheiten, prallen aufeinander, flirren miteinander, werden zersprengt. Unter treibenden, expressiven Klanggewittern des Tanztheaterkomponisten Serge Weber schreibt sich der Aufruhr individueller wie sozialer Körper im Tanz fort, und ein Aufschrei des Menschen bricht sich Bahn. Seit seiner Uraufführung tourte OUT OF JOINT in Deutschland und nach Südafrika.

KONZEPT, CHOREOGRAFIE Helge Letonja & Gregory Maqoma KOMPOSITION Serge Weber DRAMATURGIE Anke Euler TANZ Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, Thulisile Binda, Oh Chang Ik, Steven Chauke, Mariko Koh, Phumlani Life Mndebele BÜHNE Helge Letonja, Julia Arroja da Silva KOSTÜME Katja Fritzsche, Keaoleboga Seodigeng TECHNISCHE LEITUNG, LICHTDESIGN Timo Reichenberger PRODUKTIONSLEITUNG Julia Arroja da Silva, Kerstin Witges PRODUKTIONSASSISTENZ Médoune Seck PRODUKTION steptext dance project & Vuyani Dance Theatre IN KOPRODUKTION MIT bremer shakespeare company DANK AN Theater Bremen, Renate Heitmann, Gert Kramer GEFÖRDERT DURCH Senator für Kultur Bremen, NATIONALES PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags UNTERSTÜTZT VON Waldemar Koch Stiftung Bremen, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Fonds Darstellende Künste im Rahmen von HOMEBASE für die Recherchephase zum Projekt.

Gregory Maqoma / Helge Letonja
Gregory Maqoma, Gründer des Vuyani Dance Theatre Johannesburg, und steptexts österreichisch-deutscher Leiter Helge Letonja lernten sich 2014 bei der 1. Edition von AFRICTIONS kennen und beschlossen, zusammen ein Tanzprojekt zu realisieren. Mit Shakespeares „the time is out of joint“, setzten sie sich schon früh ein Thema, das schnell beängstigende realpolitische Brisanz erlangte. Maqoma, tänzerisch ausgebildet u.a. in Soweto und bei P.A.R.T.S. unter Anne Teresa De Keersmaeker in Belgien, kreiert seit rund 20 Jahren panafrikanische Tanz-, Musik- und Kulturgeschichte reflektierende, mit vielen Preisen ausgezeichnete Produktionen. Die choreografische Arbeit an OUT OF JOINT begann er in Bremen, Letonja in Johannesburg. Von Beginn an ergänzte der oft mit Johann Kresnik kollaborierende Komponist Serge Weber den kreativen Dialog, der von zwei extrem unterschiedlichen Kontexten aus in das gemeinsame Werk mündete.



In OUT OF JOINT, Gregory Maqoma from Johannesburg and Helge Letonja from Bremen together question the threatening shifts of global power balances. The dance sextet combines their initially independently developed choreographic strands to a stirring piece of multilingual aesthetics. „We need to be brave. To trust the other is to trust ourselves“ – With this conviction, and strong images, the two internationally renowned artists explore current realities that stagger between emerging populism and extremism, diffuse fears and unchained capitalism. Under impulsive sound thunderstorms of dance theatre composer Serge Weber, the turmoil of “disjointed” individual and social bodies turn into dance, and an outcry breaks its way. As the outcome of a collaboration that started from extremely different cultural contexts, since 2017 the production toured throughout Germany and to South Africa.